Die Sucht nach Schönheitsoperation

Meine Eltern hatten immer Geld wie Heu und haben mich, als Einzelkind, sehr verwöhnt. Das ist, so denke ich jetzt, einer der Gründe dafür, dass die Schönheitsoperationen bei mir zu Sucht wurden. Es fing an, als ich 16 war. Ich hatte eine Narbe am linken Arm, die mir ständig an eine schreckliche Impfung erinnerte. Ich wollte die Narbe so schnell wie möglich entfernen, weil mir es peinlich war, mit solcher Schmarre am Arm ein Oberteil ohne Ärmel anzuziehen. Ich habe also so lange gemeckert, bis meine Mutter in diesen kleinen chirurgischen Eingriff eingewilligt hat. Dann störte mich ein Muttermal am Bauch, das nach den häufigen Sonnenstudiobesuchen immer grösser wurde. Es dauerte wieder nicht lange, bis ich meine Mutter von der Notwendigkeit der Operation überzeugt habe. Später kam noch die Geschichte mit dem zu langen Zeh, der mir immer beim Schuhkaufen auf die Nerven ging. Nur wegen eines Zehs musste ich Schuhgrösse 39 statt 37 kaufen. Mit 25 kam ich auf die Idee, meine Brüste zu vergrössern. Diese Schönheitsoperation ist leider fehlgeschlagen. Die Brustwarzen sahen schrecklich aus und ich musste mich zwei weiteren und sehr schmerzhaften chirurgischen Eingriffen unterziehen. Die Geschichte mit der missglückten Operation hat mich zum Nachdenken bewogen. Mir wurde auf einmal klar, dass eigentlich alle meine Schönheitsoperationen nur eine Kaprice waren.